Schubert trifft Grönemeyer vor historischer Kulisse
Ein besonderer Ort, ideale Wetterbedingungen und ein erfrischend neues musikalisches Konzept sorgten am 18. Juni für einen unvergesslichen Konzertabend auf Burg Heinfels. Erstmals konnte nach den abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten am Westtrakt wieder der Innenhof der Burg als Konzertlocation genutzt werden. Das ausverkaufte Haus erlebte dabei eine ebenso spannende wie berührende Begegnung zweier großer Liedschöpfer: Franz Schubert und Herbert Grönemeyer.
Unter dem Titel „Schubert meets Grönemeyer“ begaben sich die Künstler Andrea Oberparleiter, Wilfried Rogl, Ewald Brandstätter und Bernd Haas auf eine poetische Reise durch Themen wie Liebe, Leben und Leid – Motive, die beide Komponisten trotz eines zeitlichen Abstandes von mehr als 150 Jahren miteinander verbinden. Das Programm stellte Werke Schuberts und Grönemeyers gegenüber, verband klassische Liedkunst mit Popmusik und eröffnete dabei überraschende neue Perspektiven auf bekannte Kompositionen.
Besonders Wilfried Rogl überzeugte mit seiner beeindruckenden Tenorstimme. Die Grönemeyer-Klassiker „Ich hab dich lieb“ und „Flugzeuge im Bauch“ interpretierte er mit großer Sensibilität und Ausdruckskraft. Seine langjährige Beschäftigung mit dem Kunstlied war dabei stets spürbar und verlieh den Songs eine besondere Tiefe.
Zu den Höhepunkten des Abends zählte das Duett „Männer“, das Rogl gemeinsam mit der Sopranistin Andrea Oberparleiter gestaltete. Im musikalischen Zwiegespräch der beiden Stimmen erhielt das bekannte Stück eine neue, humorvolle und zugleich feinsinnige Dimension. Oberparleiter setzte darüber hinaus mit ihrer Interpretation von Schuberts „Die Krähe“ einen ganz persönlichen Akzent. Ausdrucksstark und fesselnd verlieh sie dem Lied eine eigene Handschrift und zog das Publikum in ihren Bann.
Für die stilistische Vielfalt des Programms sorgten auch die Begleiter: Ewald Brandstätter am Klavier und Bernd Haas an der Gitarre schufen die musikalische Grundlage für die abwechslungsreichen Arrangements, in denen klassische Liedtradition, Jazzanklänge und Popmusik fließend verschmolzen. Immer wieder gelang es dem Quartett, Brücken zwischen den musikalischen Welten zu schlagen und die Nähe der beiden Komponisten hörbar zu machen.
Mit Grönemeyers „Feuerkelch“ fand der Abend schließlich einen wirkungsvollen und emotionalen Abschluss. Noch einmal vereinten sich die Stimmen von Andrea Oberparleiter und Wilfried Rogl zu einem berührenden Duett, das die besondere Atmosphäre dieses Konzertabends perfekt einfing.
Langanhaltender Applaus und begeisterte Reaktionen des Publikums bestätigten den Erfolg des ungewöhnlichen Konzertformats. „Schubert meets Grönemeyer“ zeigte auf bemerkenswerte Weise, dass gute Lieder zeitlos sind – und dass sich musikalische Welten oft näherstehen, als man zunächst vermuten würde. Ein Abend, der den zahlreichen Gästen auf Burg Heinfels noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Fotos: Peter Leiter